Alhaurin el Grande, 16. Dezember 2004
 
 
Bericht über Dr. Hamer
 
In wenigen Tagen ist Weihnachten und Dr. Hamer sitzt immer noch präventiv in Haft.
Immerhin hat sein Anwalt am 1. Dezember (nach Ablauf der Frist für die Begründungsfrist bei der Cour de Cassation) dann auch endlich eine Besuchserlaubnis erhalten.
Ebenfalls seine Lebensgefährtin, die ihn hoffentlich vor Weihnachten noch besuchen darf.
Dr. Hamer geht es den Umständen entsprechend gut.
In seinen Briefen betont er immer wieder, wie glücklich er darüber ist, dass die Menschen sich so vehement für ihn und die Germanische Neue Medizin einsetzen und ihm dadurch Mut und Kraft spenden, das Unrecht und die gegenwärtige Situation zu ertragen.
Juristisch (so hoffen wir) wird alles getan, um diesen Zustand möglichst bald zu beenden. Dennoch hat am 13.12. die spanische Polizei vor seiner Haustüre in Alhaurin gestanden, mit einer Vorladung, eingeleitet von der Staatsanwaltschaft Leipzig – (frei übersetzt)
„…wegen Verstoß gegen ein deutsches Gesetz, das nur gewisse Personen berechtigt, eine Natur- oder Alternativmedizin zu praktizieren“. Und weiter (wenn es nicht so ernst wäre, könnte man laut lachen): …Im Falle des Nichterscheinens kann die Aufforderung in einen Haftbefehl verwandelt werden (Art. 487 des Strafgesetzbuches). Datum vom 26.11.2004.
Was hat das zu bedeuten? Vielleicht - wenn Frankreich nicht greift, dann versucht man es eben in Deutschland oder in einem anderen Euro-Land?
Armer Dr. Hamer – davon weiß er noch gar nichts.
Aber wie hat die Anwältin des staatlichen Sektendezernates Joelle V. wörtlich gefragt?:
„Was kann man tun – um Hamer zu stoppen im wahrsten Sinne des Wortes?
Unsere Frage muß lauten:
„Was können wir noch mehr tun, um das Unrecht zu stoppen!“
Antwort: Auf keinen Fall resignieren! Wir müssen an die Basis heran, die Leute aufklären! Versucht bitte auch das Buch „Kurze Einführung“ bei den Buchhandlungen in Euren Wohngebieten zu offerieren. Dazu haben wir einen speziellen Flyer kreiert, den man auf den allbekannten Internetseiten in den nächsten Tagen herunterladen kann.
Trotzdem gibt es auch eine erfreuliche Nachricht:
Am 12. Dezember hat Prof. Dr. Josef Miklosko eine Erklärung für Dr. Hamer abgegeben, die wir bereits öffentlich gemacht haben.
Auch davon hat Dr. Hamer noch keine Ahnung.
Er wird sich sicherlich riesig darüber freuen.
Bitte, verbreitet auch diese Erklärung zusammen mit den Stangl-Briefen.
 
Gerade noch rechtzeitig erreicht uns ein Brief aus dem Gefängnis.
Darin schreibt Dr. Hamer:
 
3. Advent, 12.12.2004
Liebe Freunde
Für heute sollt Ihr einen kleinen Zwischenbericht erhalten aus dem Kz Fleury-Mérogis.
Geheizt wird immer noch nicht, obwohl es jetzt in den Zellen lausekalt ist.
Hofgang kann man nur im Dauermarsch machen, weil es um Null Grad und sehr windig ist. Alles ist Schikane, wobei die Wärter nur Befehlsempfänger sind.
Das mit der Besuchserlaubnis für meine Kinder und Freunde wurde auch zurückgenommen. Mein Sohn soll erst einen Familien Stammbaum bringen, dass er auch wirklich von mir abstamme. Polizeiliches Führungszeugnis sowieso.
Meine Freundin und Frau Sixt dürfen mich gar nicht besuchen, weil sie nicht mit mir verwandt sind. Wahrscheinlich darf ich bis Weihnachten überhaupt keinen Besuch mehr bekommen. (Anmerkung: Die Besuchserlaubnis für beide ist inzwischen erteilt worden, doch das weiß oder wusste Dr. Hamer zu diesem Zeitpunkt noch nicht).
Seit 9 Wochen bettele ich quasi täglich darum, meine Bücher aus meiner Tasche zu bekommen: Homer: Ilias griechisch/deutsch und Herodot: Historie I und II. Jetzt bekam ich erst mal Nachricht: nur wenn ich einverstanden sei, dass man alle Einbanddeckel wegschneiden dürfe, dürfte ich die „nackten Buchinhalte“ erhalten.
Mein Anwalt sagte mir, das Gefängnis habe ihm gesagt: wenn ich gerne ins Gefängniskrankenhaus wolle, brauche ich das nur zu sagen, das würde man sofort machen.
Man wundert sich anscheinend, wie ich das Frieren in der Zelle so locker durchhalte und beim 2-maligen Hofgang meine 10 km marschiere.
Was die Zellen anbelangt: Die sind nicht aus Stein, sondern aus purem Beton. Vor 30 Jahren war der Beton mal angestrichen. Die Farbe ist an sehr vielen Stellen schon abgelöst. Die Gitter sind alle verrostet. Die Scheiben von außen unendlich dreckig, davor oberhalb eine Rolle Stacheldraht, die voll hängt mit Lumpen, Plastiksäcken, Schnüren und in Streifen gerissenen Betttüchern, Flaschen etc., sogar eine Krücke hängt vor meinem Fenster.
Ich schaue durch eine Müllgardine, allerdings nur undeutlich. Durch die Müllgardine ahnt man mehr als man sieht: Beton, Stacheldraht, Beton, Stacheldraht und Schießtürme.
Die ideale Kulisse, um einen Gulag-Kz-Film zu drehen.
Die Post wird jetzt wieder schärfer zensiert.
Briefe aus Alhaurin sind grundsätzlich 9 Tage oder mehr unterwegs. Man möchte sehen, ob die Stimmung und Moral schon zusammengebrochen ist.
Man hat übrigens clam-heimlich die Anklage im Nachhinein geändert:
Früher hieß es „Anstiftung zur Neuen Medizin mit dem Ziel der Ausübung“.
Jetzt heißt es: „Anstiftung zur unerlaubten Ausübung der Medizin“.
Man will auf keinen Fall nochmals in die 1. Instanz. Die Justiz will das verhindern.
Das Urteil der Cour de Cassation kann, weil ich dann ja schon 6 Monate im Gefängnis bin, nur auf eine Art „Begnadigung“ hinauslaufen. Aber die Franzosen können sich drehen oder wenden wie sie wollen: Es wird für sie ein Waaterloo.
Ich danke Euch für Euer Engagement in Sachen Germanische Neue Medizin.
Ihr ahnt vielleicht gar nicht, wie sehr Ihr mir damit helft, das ganze hier auszuhalten.
Ich wünsche Euch allen ein warmes und behagliches Weihnachtsfest.
Eurer Ryke Geerd
 
Auch wir schließen uns seinen Wünschen an
und bedanken uns noch mal ganz herzlich für die bisherige Unterstützung
und Eure Spenden.
 
Euer Amici Team